Die Botanik (und auch die angewandten Disziplinen wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau etc.) bedient sich zur Ordnung der Naturerscheinungen des „Arten-Konzeptes". Eine etwas sperrige Definition ist: Arten sind Gruppen von Organismen, die sich bezüglich morphologischer Merkmale eindeutig voneinander unterscheiden lassen. Das trifft sehr häufig zu. Der Apfelbaum ist eine eigene Art und lässt sich so klar vom Birnbaum unterscheiden, dass dieses Beispiel sogar im Sprichwort verewigt wurde. Weil aber die Äpfelbäume in einer Vielzahl an Formen mit ganz unterschiedlichen Fruchtformen vorkommen, hat man zum Artbegriff noch die Feinuntergliederung der Sorten dazugefügt.

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Bei den Wildpflanzen ist das schon etwas schwieriger. Nehmen wir den Roten Hartriegel. Er kommt von der Atlantikküste bis zum Donaudelta vor und schaut für die meisten Menschen immer gleich aus. Weil sich die zentraleuropäischen Herkünfte aber besser gegen Sommertrockenheit schützen müssen und außerdem die härteren Winter zu ertragen haben, gibt es kleine Anpassungen knapp an der Wahrnehmbarkeitsgrenze. Die einzelnen Vertreter schauen vielleicht optisch noch gleich aus, sie „ticken" aber anders! Genauso ist es mit Herkünften aus größeren Seehöhen oder Tieflagen, von Kalkböden und Silikatuntergrund oder von unterschiedlichen Klimaräumen.

Oft ist das Wissen um besondere Anpassungen der Pflanzenarten noch gering entwickelt. Eines ist aber sicher: Ein Gehölz aus seiner ursprünglichen Herkunftsregion kann die Vorteile einer Jahrtausende alten Anpassungen in der Heimatregion am Besten ausspielen. Und genau das bieten wir Ihnen als Regionale Gehölzvermehrung an. Gehölze die zu ihrem zukünftigen Pflanzplatz passen. Gehölze aus der „richtigen" Region. Für Sie als Heckentagskunde ist es ganz einfach.

Bei welchen Gehölzen ist die Beachtung des heimischen Ursprungs besonders wichtig?

Diese Frage ist selbst für eingefleischte Spezialisten nur sehr schwer zu beantworten. Manche Arten Gehölzgattungen sind genetisch sehr plastisch bildsam und wir haben die seltene Gelegenheit ihnen bei der Evolution zuschauen zu können. Besonders die Rosengewächse gehören hier dazu, also die Weißdornarten, die Wildrosen, die Schlehen oder die Ebereschen. Bei solchen Gehölzarten ist es besonders wichtig, sie nicht unbedacht durcheinander zu mischen. Aber auch Arten, von denen man immer glaubte, dass sie in ganz Mitteleuropa genetisch weitgehend ident sind, stellen sich bei genauer Betrachtung als äußerst regionsangepasst dar. In Fachkreisen spricht man von innerartlicher Vielfalt.

Als Naturliebhaber fühlt man sich meist der Artenerhaltung und der Artenvielfalt verpflichtet. Das Stichwort Biodiversität ist in aller Munde. Warum diesen Gedanken nicht auch auf die innerartliche Vielfalt ausdehnen? Die Regionale Gehölzvermehrung in Niederösterreich macht es allen leicht, damit gleich zu beginnen. Saatgut oder Pflanzware von standortheimischen Gehölzen stehen zur Verfügung, die Produktion in den Partnerbaumschulen läuft, aber wie immer wird der Erfolg all dieser Bemühungen am Anwender und Konsumenten zu messen sein. Darum: Mitmachen beim NÖ Heckentag und immer wieder Reinschauen bei heckentag.at, welche News es gibt!